Fördergurte für Vertikalförderer bis 90°
Wellenkantfördergurte Vertikalförderer

In vielen industriellen Anwendungen stößt die klassische Fördertechnik schnell an ihre Grenzen. Besonders bei beengten Platzverhältnissen oder großen Höhenunterschieden kommen Vertikalförderer zum Einsatz.

Doch nicht jeder Fördergurt ist für den Einsatz in Vertikalförderern oder für hohe Steigungswinkel geeignet. Vertikalförderer ermöglichen sowohl steile als auch senkrechte Förderstrecken und werden überall dort eingesetzt, wo große Förderhöhen auf engem Raum realisiert werden müssen.

Wer Schüttgut sicher und zuverlässig bis zu 90° transportieren möchte, muss Fördergurte gezielt auswählen und anwendungsspezifisch auslegen.

Warum Vertikalförderer besondere Anforderungen an Fördergurte stellen

Mit zunehmendem Steigungswinkel steigen die mechanischen und betrieblichen Anforderungen an den Fördergurt erheblich. Während bei flacher Förderung hauptsächlich Tragfähigkeit und Verschleiß eine Rolle spielen, kommen beim Einsatz in Vertikalförderern zusätzliche Faktoren hinzu:

Insbesondere bei Schüttgütern wirken sich Korngröße, Schüttgewicht und Fließeigenschaften unmittelbar auf die Wahl des geeigneten Fördergurtes aus. Ab bestimmten Steigungswinkeln reichen einfache Profilierungen nicht mehr aus.

Welche Steigungswinkel sind mit Fördergurten realistisch?

Flache und geneigte Förderung: Grenzen klassischer Fördergurte

Glatte Fördergurte eignen sich in der Regel nur für geringe Steigungen. Je nach Fördergut liegt die praktische Grenze bei etwa 18 bis 20 Grad, da darüber die Rutschgefahr deutlich zunimmt. Auch klassische Profil- oder Chevronfördergurte können diese Grenze nur begrenzt erweitern.

Ab ca. 45° – Fördergurtlösungen für Vertikalförderer

Profilierte Steilfördergurte mit Stollen oder Chevronprofilen ermöglichen je nach Ausführung Steigungen bis etwa 35°, in günstigen Fällen etwas darüber.

Für echte Vertikalförderer oder Förderstrecken bis 90° sind sie jedoch konstruktiv nicht ausgelegt. Ab etwa 45° Steigung sind Fördergurte erforderlich, die das Fördergut aktiv seitlich führen und sicher fixieren.

Welche Fördergurte eignen sich für Vertikalförderer bis 90°?

Profile Vertikalfördergurte

Profilierte Fördergurte (Chevron- und Stollengurte)

Diese Gurte eignen sich für geneigte Förderstrecken mit mittleren Steigungswinkeln. Die Profilierung verbessert die Mitnahme des Förderguts, bietet jedoch keine seitliche Begrenzung. Bei sehr steilen Winkeln oder feinkörnigem Schüttgut steigt das Risiko von Materialverlust deutlich.

Wellenkantenfördergurte für Vertikalförderer bis 90°

Wellenkantenfördergurte bestehen aus einem Basisgurt, seitlich angesetzten Wellkanten sowie querstehenden Mitnehmerprofilen.

Diese Bauweise ermöglicht den Einsatz in Vertikalförderern bis 90°, ohne dass Material seitlich austritt. Sie sind die technisch bewährte Lösung für anspruchsvolle Förderaufgaben mit großen Höhenunterschieden.

Bechergurte im Elevatorbetrieb – Sonderlösung für reine Vertikalförderung

Bechergurte werden häufig eingesetzt, wenn eine „schöpfende“ Aufnahme des Förderguts erforderlich ist, beispielsweise wenn Material direkt aus einem Bunker entnommen werden soll. Ein Elevatorgurt arbeitet kontinuierlich und transportiert das Fördergut ebenfalls kontinuierlich nach oben.

Allerdings sind Bechergurte konstruktiv höhenmäßig begrenzt:

In der Fördertechnikbranche gilt eine wirtschaftliche Förderhöhe von etwa 30 bis 80 Metern als praxisüblich. Technisch sind unter bestimmten Bedingungen auch Förderhöhen von bis zu 100 Metern realisierbar.

Darüber hinaus steigen die Anforderungen an:

Wellenkantenfördergurte bieten hier konstruktive Vorteile und können, abhängig von Auslegung und Systemkonzept, deutlich größere Förderhöhen realisieren.

Warum Wellenkanten­fördergurte die geeignete Lösung für Vertikalförderer sind

Aufbau und Funktionsprinzip von Wellenkantenfördergurten

Der entscheidende Vorteil von Wellenkantenfördergurten liegt im systematischen Zusammenspiel ihrer Komponenten:

Diese Konstruktion erlaubt selbst bei nahezu senkrechter Förderung einen kontinuierlichen, gleichmäßigen Materialtransport im Vertikalförderer. Im Vergleich zu Bechergurten können Wellenkantenfördergurte aufgrund ihrer kompakten und geschlossenen Bauform deutlich größere Förderhöhen realisieren. Förderhöhen von bis zu 250 Metern sind technisch möglich, sofern Auslegung, Bandfestigkeit und Antriebssystem entsprechend dimensioniert sind.

Sichere Schüttgutförderung ohne Materialverlust bei hohen Steigungen

Durch die Kombination aus Wellenkanten und Mitnehmern wird das Fördergut zuverlässig eingeschlossen. Selbst feinkörnige oder rieselfähige Materialien lassen sich so verlustfrei steil oder senkrecht fördern, ohne dass zusätzliche Seitenführungen erforderlich sind. Auch die Befüllung kann nahezu verlustfrei gestaltet werden, beispielsweise durch eine Konstruktion als Z-Förderer, bei der horizontale und vertikale Förderabschnitte in einem geschlossenen System kombiniert werden.

Typische Einsatzbereiche von Wellenkantenfördergurten

Wellenkantenfördergurte kommen unter anderem zum Einsatz in:

Überall dort, wo große Höhenunterschiede auf engem Raum überwunden werden müssen, sind sie eine technisch überzeugende Lösung.

manuwell Wellenkanten­fördergurte für Vertikalförderer

Überall dort, wo große Höhenunterschiede auf engem Raum überwunden werden müssen, sind sie eine technisch überzeugende Lösung.

Quersteife Bandkörper für hohe Stabilität bei Steilförderung

Die manuwell Wellenkantenfördergurte von GUMMI STRICKER sind speziell für die Anforderungen von Vertikal- und Senkrechtförderern entwickelt. Je nach Einsatzfall kommen quersteife Bandkörper mit Textil- oder Stahlseilquerarmierung zum Einsatz, um hohe Stabilität und lange Standzeiten zu gewährleisten.

Wellenkantenhöhen und Mitnehmerprofile – entscheidend für die Auslegung

Die Auswahl von Wellenkantenhöhe, Mitnehmerform und Mitnehmerabstand erfolgt anwendungsspezifisch. Fördergut, Förderleistung, Steigungswinkel und Trommeldurchmesser werden dabei exakt berücksichtigt. Ab bestimmten Wellenkantenhöhen stehen verstärkte Ausführungen zur Verfügung, um auch bei hohen Belastungen eine sichere Funktion zu gewährleisten.

Individuelle Auslegung je nach Fördergut, Geometrie und Anlagenlayout

manuwell Fördergurte werden kundenspezifisch ausgelegt, gefertigt und montiert. Die Auslegungsberechnung berücksichtigt sowohl mechanische als auch geometrische Randbedingungen der Anlage und stellt sicher, dass der Fördergurt dauerhaft zuverlässig arbeitet.

Wichtige Auswahlkriterien für Fördergurte bei Vertikalförderung bis 90°

Eigenschaften des Förderguts: Korngröße, Abrasivität, Temperatur

Das Fördergut beeinflusst maßgeblich die Wahl des Gurttyps. Abrasive, heiße oder besonders feinkörnige Materialien stellen andere Anforderungen als grobes, trockenes Schüttgut.

Geometrie der Anlage: Steigung, Übergänge, Trommeldurchmesser

Gerade bei Steilförderung sind Trommeldurchmesser und Übergangsradien kritisch. Wellenkantenhöhe und Bandkörper müssen darauf abgestimmt sein, um übermäßigen Verschleiß zu vermeiden und die Lebensdauer des Fördergurtes zu maximieren.

Betriebsbedingungen und Wartungsanforderungen

Auch Faktoren wie Umgebungsbedingungen, Reinigbarkeit oder Wartungszugänglichkeit fließen in die Auslegung ein. Eine saubere Planung reduziert Stillstände und erhöht die Anlagenverfügbarkeit.

Förderleistung, Fördergeschwindigkeit und Trommeldurchmesser

Neben Steigungswinkel und Förderhöhe beeinflussen auch Förderleistung, Fördergeschwindigkeit und Trommeldurchmesser wesentlich die Auslegung von Vertikalförderern.

Mit steigender Förderleistung und Bandgeschwindigkeit erhöhen sich die dynamischen Belastungen auf Bandkörper, Mitnehmerprofile und Wellenkanten, insbesondere im Bereich der Umlenkung. Hier entsteht häufig ein Zielkonflikt: Anlagenbauer bevorzugen aus Platzgründen kleine Trommeldurchmesser, während größere Durchmesser aus Sicht des Förderbandes technisch vorteilhaft sind.

Je kleiner der Trommeldurchmesser, desto höher ist die Umlenkbeanspruchung des Bandes. Dadurch steigen die Anforderungen an die Haftung von Stollen und Wellenkanten deutlich. Größere Trommeldurchmesser reduzieren diese Belastung und wirken sich positiv auf die Lebensdauer des Fördergurtes aus.

Eine abgestimmte Auslegung dieser Parameter ist daher entscheidend für einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb des Vertikalförderers.

Welcher Förder­gurt ist für Vertikalförderer bis 90° geeignet?

Für Vertikalförderer bis 90° sind klassische Fördergurte und profilierte Gurte konstruktiv nicht ausreichend.

Wellenkantenfördergurte ermöglichen eine sichere, platzsparende und verlustfreie Schüttgutförderung auch bei nahezu senkrechter Ausrichtung.

Mit manuwell Wellenkantenfördergurten bietet GUMMI STRICKER eine individuell auslegbare Lösung für anspruchsvolle Förderanlagen mit großen Höhenunterschieden.

Fördergurte für Vertikalförderung
Häufige Fragen zur Vertikalförderung

FAQ – Vertikalförderung mit Fördergurten

Welche Fördergurte eignen sich für Vertikal- bzw. Senkrechtförderer mit einer Steigung von 90°?

Für Vertikalförderer bis 90° kommen grundsätzlich Wellenkantenfördergurte oder Bechergurte im Elevatorbetrieb infrage.

Bechergurte sind jedoch in der Förderhöhe konstruktiv und wirtschaftlich limitiert. Wellenkantenfördergurte können aufgrund ihrer kompakten Bauform Förderhöhen bis zu 250 Metern überwinden.

Ab welcher Steigung sind Wellenkantenfördergurte notwendig?

Ab etwa 45° Steigungswinkel sind Wellenkantenfördergurte die technisch sichere Lösung für Schüttgutförderung.

Welche Vorteile bieten Wellenkantenfördergurte gegenüber profilierten Gurten?

Wellenkantenfördergurte ermöglichen:

  • verlustfreie Vertikalförderung
  • sichere Materialführung
  • hohe Flexibilität in der Anlagengeometrie
  • größere realisierbare Förderhöhen
  • geringere Materialverluste bei steilen Winkeln

Profilierte Steilfördergurte stoßen bei hohen Steigungswinkeln und größeren Förderhöhen konstruktiv an ihre Grenzen.

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