Sand, Kies, Getreide, Holz oder Erden, Schüttgüter sind in der Industrie allgegenwärtig. Doch sobald sie über steile Förderstrecken transportiert werden müssen, stellt sich eine entscheidende Frage: Welcher Fördergurt ist für diesen Einsatz tatsächlich geeignet?
Die Antwort hängt nicht allein vom Steigungswinkel ab. Auch die Eigenschaften des Förderguts, Korngröße, Gewicht, Fließverhalten und chemische Beschaffenheit, bestimmen maßgeblich, welches Profil zum Einsatz kommen sollte. GUMMI STRICKER bietet für jeden Anwendungsfall das passende System: von profilierten Steilfördergurten für Steigungen ab 20° bis hin zu Wellenkantengurten für Förderwinkel bis 90°.
Was macht steile Förderstrecken bei Schüttgut so anspruchsvoll?
Bei flachen Förderstrecken bis etwa 18 bis 20° reicht die Reibung zwischen Fördergut und Bandoberfläche aus, um das Material sicher zu transportieren. Mit zunehmendem Steigungswinkel verändert sich diese Situation grundlegend.
Schüttgüter sind von Natur aus heterogen: Feinkörnige, gut fließende Materialien wie Getreide neigen bei Steigung schneller zum Rückrutschen als grobe, schwere Materialien wie Kies oder Steine. Hinzu kommen Faktoren wie Feuchtigkeit, Schüttdichte und Oberflächenbeschaffenheit, die das Rutschverhalten zusätzlich beeinflussen.
Ohne geeignete Profilierung drohen auf steilen Strecken Materialverluste durch Rückrutschen oder Seitenaustritt sowie erhöhter Verschleiß am Gurt. Profilierte Steilfördergurte lösen dieses Problem, indem sie das Fördergut mechanisch sichern und zuverlässig nach oben mitnehmen.
Der Steigungswinkel als Ausgangspunkt der Gurtauswahl?
Der Steigungswinkel der Förderanlage ist der erste Orientierungspunkt bei der Produktwahl. GUMMI STRICKER empfiehlt folgende Einteilung:
Bis 20° - klassische Förderbänder reichen aus
Bei flachen Strecken bis etwa 20° Steigung sind klassische Förderbänder ohne aufwendige Profilierung in der Regel ausreichend. Leichte Oberflächenstrukturen genügen, um das Fördergut stabil zu halten. Eine Profilierung wäre technisch überdimensioniert und wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Ab 20° bis ca. 37° - profilierte Steilfördergurte
Sobald der Steigungswinkel 20° überschreitet, kommen profilierte Steilfördergurte zum Einsatz. Die aufvulkanisierten Profile greifen mechanisch in das Fördergut ein und verhindern das Zurückrutschen. Je nach Schüttguteigenschaft und Steigungswinkel stehen verschiedene Profilhöhen und Profilformen zur Verfügung von 15 mm bis 32 mm Profilhöhe.
Ab ca. 37° - Wellenkantengurte für extreme Steigungen
Ab einem Steigungswinkel von etwa 37° stoßen profilierte Steilfördergurte konstruktiv an ihre Grenzen. Für diese Anforderungen bietet GUMMI STRICKER den manuwell Wellenkantengurt, der Förderwinkel von 0° bis 90° ermöglicht. Durch das Zusammenspiel von quersteifen Bandkörpern, seitlichen Wellenkanten und Mitnehmerprofilen wird das Schüttgut auch bei senkrechter Förderung sicher transportiert. Eine ausführliche Darstellung dieser Technologie findet sich im Beitrag „Fördergurte für Vertikalförderer bis 90°“.
Welche Schüttgüter erfordern welches Profil?
Die Profilwahl hängt nicht nur vom Winkel, sondern auch direkt von den Eigenschaften des Förderguts ab. Folgende Zuordnung gibt eine erste Orientierung:
- Sand und Kies sind abrasiv, rieselfähig und mittelschwer. Hier haben sich die D-Serie und die CQ-Serie bewährt, da sie abrasionsbeständig und in einem breiten Breitenspektrum verfügbar sind.
- Steine und Erden sind grobstückig und schwer. Für diese Materialien empfehlen sich die L-Serie und W-Serie mit größeren Profilhöhen, die auch bei hohem Materialdruck zuverlässig arbeiten.
- Getreide ist feinkörnig, leicht und gut fließend. Gerade deshalb neigt es auf steilen Strecken schnell zum Rückrutschen. Die Profile V 91 und PX 91 mit 15 mm Profilhöhe sichern den Transport schonend und zuverlässig.
- Holz und Biomasse sind sperrig, leicht und in ihrer Form unregelmäßig. Die D-Serie und L-Serie bieten hier ausreichend Profiltiefe, um auch ungleichmäßiges Material sicher zu führen.
- Heiße oder ölhaltige Materialien erfordern Sonderausführungen, die thermisch oder chemisch beständig sind. GUMMI STRICKER berät in diesen Fällen individuell, um die technisch optimale Lösung zu finden.
Die Profilhöhe entscheidet - Übersicht der Steilfördergurt-Profile
Grundsätzlich gilt: Je steiler der Förderwinkel und je schwerer oder gröber das Schüttgut, desto höher sollte die Profilhöhe gewählt werden. GUMMI STRICKER bietet Steilfördergurte im Kalt- und Heißvulkanisationsverfahren in vier Profilhöhen an.
15 mm Profilhöhe - Profile V 91 und PX 91
Die Profile V 91 und PX 91 eignen sich besonders für feinkörniges, leichtes Schüttgut wie Getreide. Verfügbare Gurtbreiten reichen von 650 bis 1.000 mm. Die geringe Profilhöhe sorgt für eine schonende Förderung empfindlicherer Materialien.
18 mm Profilhöhe - Profile D 33, D 50, D 25, D 81, D 978
Die D-Serie deckt mit Gurtbreiten von 400 bis 1.400 mm das breiteste Einsatzspektrum ab und ist besonders bewährt für mittelschwere Schüttgüter wie Sand, Kies und Erden. Sie ist die vielseitigste Profilgruppe im GUMMI STRICKER Portfolio.
24 mm Profilhöhe - Profile CQ-530, CQ-810, CQ-1110
Die CQ-Serie ist für höhere Steigungen und schwerere oder gröbere Materialien ausgelegt. Mit Gurtbreiten von 650 bis 1.400 mm und einem Profilabstand von 250 mm bietet sie hohe Stabilität auch bei anspruchsvollen Förderaufgaben.
30 mm und 32 mm Profilhöhe - L-Serie und W-Serie
Die L-Serie (30 mm) und W-Serie (32 mm) sind für die größten Anforderungen konzipiert. Die L-Serie erreicht Gurtbreiten bis 2.000 mm und eignet sich für Steine, Erden und grobe Biomasse. Die W-Serie mit 32 mm Profilhöhe bildet die leistungsstärkste Variante im Standardprogramm für sehr steile Anwendungen mit schwerem Schüttgut.
Optional: Elevatorbänder mit Kunststoff- oder Stahlbechern als Alternative
Für Förderaufgaben, bei denen das Schüttgut schöpfend aus einem Bunker oder einer Grube aufgenommen werden muss, sind Elevatorbänder mit Kunststoff- oder Stahlbechern eine geeignete Alternative. Dabei kommen keine profilierten Steilfördergurte zum Einsatz, sondern speziell gelochte Glattgurte, auf die die Becher durch die Lochungen fest verschraubt werden. GUMMI STRICKER berät zur geeigneten Bechergröße und Becherform in Abhängigkeit vom Fördergut und der Anlagengeometrie.
Montage, Service und Beratung
Die Wahl des richtigen Steilfördergurts ist nur der erste Schritt. GUMMI STRICKER begleitet den gesamten Prozess: von der individuellen Profilberatung über die Endlosverbindung im Kalt- und Heißvulkanisationsverfahren bis hin zur Montage vor Ort.
Der 24-Stunden-Montageservice steht 365 Tage im Jahr zur Verfügung. Wartungsverträge sichern eine optimale Anlagenverfügbarkeit bei niedrigen Betriebskosten. Kurze Lieferzeiten und ein umfassender Sofortservice stellen sicher, dass Stillstandzeiten minimiert werden.
FAQ – Auswahl von Steilfördergurten
Für Sand und Kies empfehlen sich die D-Serie (18 mm Profilhöhe) und die CQ-Serie (24 mm Profilhöhe). Beide Profilreihen sind abrasionsbeständig und in verschiedenen Gurtbreiten verfügbar, bewährt für mittelschweres, abrasives Schüttgut ab 20° Steigung.
Ab einem Steigungswinkel von ca. 20° reicht die Reibung klassischer Förderbänder nicht mehr zuverlässig aus. Profilierte Steilfördergurte sichern das Fördergut mechanisch und ermöglichen eine zuverlässige Förderung bis etwa 45°.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Profilhöhe: von 15 mm (V 91, PX 91) über 18 mm (D-Serie) und 24 mm (CQ-Serie) bis hin zu 30 mm (L-Serie) und 32 mm (W-Serie). Mit zunehmender Profilhöhe steigt die Eignung für schwerere, gröbere Materialien und steilere Förderwinkel.
Ab ca. 45° Steigungswinkel stoßen profilierte Steilfördergurte an ihre konstruktiven Grenzen. Für Steigungen bis 90° empfiehlt GUMMI STRICKER den manuwell Wellenkantengurt mit individueller Auslegungsberechnung.
Ja, für thermisch oder chemisch belastete Fördergüter stehen Sonderausführungen zur Verfügung. GUMMI STRICKER berät individuell, welche Ausführung für den jeweiligen Einsatzfall geeignet ist.
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